Glanzbilder, Oblaten, Liebesmarken, Rosenbilder .... -


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Kleine Ausstellung in den Frenker Heimatstuben

(3. März - 30. November 2001)

 

 

 

 

 

Und hier nochmal lesbar:

Deister- und Weserzeitung, Mittwoch, 2. Mai 2001

Mal lieblich, mal kitschig: Über 50.000 kunstvolle Glanzbilder

Sigrun Hölscher sammelt Oblaten/ Ausstellung in den Frenker Heimatstuben

Wilhelm Hölscher aus Frenke hat sich einen weiteren Traum erfüllt. Das vierte Zimmer der Frenker Heimatstuben ist fertig eingerichtet und erwartet nun auch heimat- und geschichtsinteressierte Besucher. „ Jedes Jahr", so der passionierte Sammler, „ steht im Frühjahr ein spezielles Thema im Mittelpunkt meiner Ausstellung". In diesem Jahr sind es große Schautafeln mit Oblaten. Das sind kleine Glanzbilder, auch Liebesmarken oder Rosenbilder genannt, die im chromolithografischen Verfahren gedruckt, lackiert, gestanzt und vielfach auch geprägt wurden.

Zu dieser Ausstellung kam es, weil Hölschers Schwiegertochter Sigrun eine alte Liebe neu entdeckt hat. Sie hat inzwischen über 50 000 Oblaten gesammelt. In über 20 Ordner bewahrt sie diese kleinen, kunstvollen Glanzbilder auf, die ältesten stammen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. „Meine Mutter drückte mir vor 15 Jahren ein kleines Kästchen in die Hand"", erinnert sich die eifrige Sammlerin an die Anfänge ihrer Sammelleidenschaft. Sie selbst besaß über 100 Glanzbilder aus Kindertagen. Die Motive, liebliche Kinder mit Schleifen im Haar, tanzende Engel, die Sixtinische Madonna, üppige Blumenkörbe und Schwalben mit Liebesbriefen im Schnabel faszinierten Generationen von Mädchen und Frauen- und sind auch heute wieder gefragt.

Bereits 1865 höchste Druckqualität

Die Oblatenherstellung begann etwa um 1865 mit der Patentierung von so genannten lithografischen Dampfpressen. Die schönsten wurden mit bis zu 26 Einzelfarben gedruckt. Das Ergebnis kann heute auch nicht von modernsten Vier-Farb-Off-Setmaschinen mehr erreicht werden.

Nach 1933 wurden natürlich kriegerische und nationalsozialistische Motive bevorzugt.

Ziemlich langweilig, meint Sigrun Hölscher, sei die Glanzbildepoche von 1950 bis 1970, die so genannten „Heile- Welt- Bilder" gewesen. Danach begannen die Comic-Drucke. Den besonderen nostalgischen Reiz sieht die eifrige Sammlerin darin, wenn sie aus Nachlässen alte Poesiealben ergattern kann. Leider bedauert sie, seien heute Sticker und Presser an die Stelle der originellen Glanzbilder getreten. In Deutschland gibt es nach langjähriger Recherche von S.H. tatsächlich nur noch einen einzigen Hersteller von Oblaten in Coesfeld (NRW). Außerdem existiert in England noch die Mamelok-Press, die früher in Ostdeutschland beheimatet war.

Erinnerungen an die Kindheit

Diese Ausstellung im Heimatmuseum ihres Schwiegervaters ist sehenswert und erweckt Erinnerungen an vergangene Kindheitstage.

 

 

 

 

 

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Last update: 02.02.2002